Hallo, mein Name ist Sweet Sue und ich bin eine Suzuki DR 650 Enduro. Ich möchte Euch
von meiner Irlandfahrt erzählen. Ich bin zwar nicht mehr die Jüngste, habe
aber, obwohl ich total überladen war, die
6900km super gut überstanden.
Fahrer, Sozia und zuviel Gepäck lassen einen ganz schön arbeiten. Aber die
tollen Straßen in Irland haben mich dafür entschädigt (Anmerkung des Lenkers:
Leider haben einige Bilder einen roten Schatten, der durch einen Defekt meiner
Spiegelreflexkamera entstand)
.
Erster Tag! 13.08.2002 7:07 Uhr Kilometerstand 44044
Nach fast 6 Stunden Fahrt sind wir problemlos und trocken in
Calais
angekommen. Auch mit den Tickets hat alles anstandslos geklappt. Meine Zweibeiner
warteten im wunderschönsten Sonnenschein darauf, dass
ich auf die Fähre gelotst werde. Dann war es soweit. Ich wurde im Laderaum
festgeschnallt.
Die Überfahrt mit
Seafrance nach
Dover war ruhig
und sehr schnell. Immer noch begleitet mit Sonnenschein trafen wir in England
ein. Nach vielen Kilometern und etlichem (Ver-) Fahren hatten wir unser
Zwischenhighlight gefunden:
Stone Hendge!

Es hat uns auch nur 2 –3 Stunden des Zeitpolsters gekostet, das wir hatten um die
nächste Fähre zu erreichen. Man sollte aber auch der Gerechtigkeit halber erwähnen,
dass es sich auf jeden Fall gelohnt hat. Auch England hat hübsche Ecken, was
wir auf der anschließenden Suche nach der Autobahn entdecken konnten. Beim
Erreichen der selbigen wurde es dunkel und es fing an zu regnen. Wir hatten ja
auch schon die Hälfte der Strecke hinter uns. Ach, was soll’s. sind doch nur
knapp 250 Kilometer und 3 Stunden Zeit bis nach
Pembroke zur Fähre, die
uns nach
Rosslare bringen sollte. Eine Stunde vor Abfahrt hatten wir sie
dann auch rechtzeitig erreicht, klatschnass und meine Zweibeiner waren total übermüdet.
Nach einigen sehr fruchtlosen Versuchen meiner Sozia, sich auf der Damentoilette
mit Hilfe des Handtrockners etwas aufzuwärmen (wer noch nie klatschnass auf
einer vollklimatisierten Fähre unterwegs war, wird ihre Verzweiflung nicht so
recht nachvollziehen können.) haben sie die Überfahrt mehr schlecht als recht
größtenteils auf diversen Sitzgelegenheiten (eine Kabine haben sie sich im
wahrsten Sinne des Wortes „gespart") verschlafen. Ich war mal wieder
angekettet im Frachtraum. Ankunft in Irland um 07:15 Uhr.
Zweiter Tag 14.08.2002
Nach schlappen 100 Kilometern, etwas Regen und dem ersten „Irischem Frühstück“
meiner Zweibeiner (ihr Kommentar: ihgitt, würg, bäh. Und auch noch komische Würstchen.
doppelbäh) bezogen sie ihr erstes Quartier im B&B Farmhouse
Milton,
kurz hinter
New Ross und ich durfte mal wieder draußen bleiben.

Bei der nachmittäglichen Besichtigung des Ortes (den Vormittag haben sie von 10:00 bis
16:00 Uhr komplett verschlafen. Die Anreise war eben doch ein klein wenig
anstrengend, zumindest für meine Zweibeiner) speisten sie sehr vornehm im
„Take away“. Hamburger mit superschlabberigen Pommes! Wer hat das mit dem
Essig eigentlich erfunden? Im zuvor mit Begeisterung und Heimatstolz entdeckten
„Lidl“ haben sie sich dann mit deutschen Spezialitäten für den Abend
eingedeckt. Chips, Rotwein und Schokolade waren auf der Einkaufsliste zu finden.
Mit einer irischen Taudusche (mehr Wasser wäre da nicht rausgekommen, es sei
halt nur wärmer, behaupteten sie!) und einem guten Glas Rotwein begossen sie
ihren ersten Abend in Irland.
Dritter Tag 15.08.2002
Sonne! Nach einem guten Frühstück (sie haben ja gelernt, die Würstchen wegzulassen)
ging es in der Sonne in Richtung
Cork los. Unterwegs beschlossen sie die
Süd- Ost Küstenstraße zu nehmen. Sehr empfehlenswert, Kurven liegen mir! Die
Zeit verging wie im Flug und wir erreichten
Cork so gegen 15:00 Uhr. Da
die Stadt das Flair einer Hafenstadt besaß, fuhren wir, nach einem weiteren
Burgeressen für meine Begleiter, schnell weiter. In den
Killarney Mountains
fuhr ich erfolgreich dem drohenden Regen davon und wir landeten im Städtchen
Killarney.
Ein B&B für 40 Euro die Nacht, und abgepackt ab in die City. Es folgte das
erstes
Guinnes für meine Zweibeiner. Meiner Sozia war es leider nur viel
zu bitter aber mein Lenkerhalter hat sich auch gerne ihr Bier hergemacht. Weiter
ging es in den nächsten Pub und dort bekamen sie sogar endlich Life Musik um
die Ohren. Banjo, Gitarre und Quetschkommode wurden nahezu ekstatisch und mit
voller Begeisterung gespielt. Gegen halb eins beschlossen wir den Abend.

Vierter Tag 16.08.2002
The Ring of Kerry!
Unser ausgewählter ca. 200 Km Trip erwies sich als absolut
phantastisches Erlebnis. Keine Worte dieser Welt können beschreiben, was wir
alles zu sehen bekommen haben. Wälder, Seen und steinerne Hügel, alles in
einer wildromantischen Landschaft vereint. Auch das Wetter war auf unserer
Seite. Zuerst zwar etwas bedeckt und ab und zu auch der ein oder andere Tropfen
zu spüren, aber kein richtiger Regen. (Ich behauptete ja, dass wir nur wegen
einiger meiner Sprints dem Regen einfach davon gefahren sind) Man muss dies
alles aber wirklich selber sehen, um diesen unglaublichen Zauber zu spüren, der
uns total gefangen hielt. Meine hintere Stoßdämpferbelastung bekam sich vor
lauter Begeisterung gar nicht mehr ein. Ein absolutes MUSS für jede
Irlandreise!

Den Abend beschlossen wir (immer noch von den Tageserlebnissen
gefangen.) in einem Indischen Restaurant, ich durfte durchs Fenster zusehen. Im
Anschluss an dieses Essen wurde der Begriff „spicy“ von uns absolut neu
definiert. (Selbst der Gasgriffwärmer hatte an diesem Abend seinen „Schärfemeister“
gefunden, und das soll was heißen)

Fünfter Tag 17.08.2002
The Ring of Beara!
Bei düster aussehendem Wetter haben wir uns gegen 11:00 Uhr auf den Weg
gemacht um
Ross Castle und den
Ring of Beara zu erkunden. Das
Schloss haben wir dann allerdings nur von außen betrachtet, da der
Eintrittspreis für unseren Geschmack zu hoch lag. Wieder bei leichtem Regen
weiter. Nach einem ungeplanten Umweg haben wir auch den
Ring of Beara
gefunden. Dessen Straßen waren im Gegensatz zum
Ring of Kerry noch
schmaler und kurviger. Zum Teil waren sie einspurig und mit Grasstreifen in der
Mitte. Das war mein absolutes Highlight, da ich ja eine Enduro bin.

Das die Iren den Römern ähneln (. die spinnen die Römer ;-)).) haben wie nach mehrmaligen
Versuchen, irgendwelchen Schildern mit den Hinweisen auf Steinmonumente zu
folgen, auch noch festgestellt. Ab da beschlossen wir, die braunen Schilderwälder
größtenteils zu ignorieren, da meine Sitzbankwärmerin keine Lust mehr hatte,
mitten in der Pampa mit Lederklamotten herum zu laufen und nach Monumenten zu
suchen.

Obwohl der Ring sehr gut ausgeschildert war und auch viele Sehenswürdigkeiten
zu bieten hatte, war ausnehmend wenig Verkehr. Eine dieser Sehenswürdigkeiten
war
Dunboy Castle (2 Euro Eintritt). Wunderschöne Ruinen, deren
Geschichte uns ein russischer Saisonarbeiter erzählen konnte.

Dessen Katze mehr Elektronik hatte als sein Mercedes Wohnmobil. Er warnte uns auch vor der
Fahrkunst der Iren, da diese 2 Jahre zuvor noch alle Traktor gefahren seien.
Weiter ging es mit der Fahrt auf dem Ring. Hatten wir gestern schon dieses
aufregende Land in unser Herz geschlossen, so eroberte es uns heute vollständig!
Wunderbare Ausblicke zwischen grünen Hügeln und schroffen Klippen auf ein im
Sonnenlicht funkelndes Meer. Eine Postkartenansicht nach der anderen. Immer
wieder verlockten uns kleine Seitenpfade den Ring zu verlassen und so erreichten
wir unser Nachtlager erst bei Dunkelheit und Kälte (so nach 300 Kilometer und
ca. 11 Stunden). Nur noch ein kleiner Happen bei Mc Donalds und ein Glas Wein
auf dem Zimmer, die Klamotten schon wieder für die Abreise packen und dann ging
es für meine Zweibeiner endlich ab ins Bett!
Sechster Tag 18.08.2002
Um ca. 11:00 Uhr machten wir uns auf nach
Limerick . Unser Weg führte über
die Halbinsel
Dingle. Die Straßen waren geradeaus und etwas langweilig.
Ich war wohl schon etwas verwöhnt. In
Dingle angekommen entschlossen wir
uns den
Slea Head Ring zu befahren. Nach der ganzen Geradeausfahrerei
eine angenehme Erholung. Die Klippenstraße war nicht so stark befahren und
wunderschön.

In
Tralee sind wir auf die Küstenstraße gebogen und so
zwar langsamer und weiter gefahren, aber die Aussichten waren schöner. Bei
Foynes
haben wir eine kurze Essenspause eingelegt (mal wieder Burger, aber diesmal
gute) und gegen 19:00 Uhr erreichten wir einen kleinen Vorort von
Limerick
in dem wir uns ein B&B gesucht haben. Leider war die Gegend nicht so toll
wie
Kerry. Den Abend beschlossen meine Zweibeiner, nachdem sie vergeblich
versucht haben
Limerick Castle zu finden, in einem Pub bei
Lifemusik und
Heinecken. Hicks! Ca. 500 Kilometer hatten wir heute
geschafft und mein Hinterrad wird langsam, dank der oftmals sehr eigenartigen
Straßenbeläge, blank! Das Zimmer mit den 2 ach so komfortablen Einzelbetten
(das fanden die beiden blöd) kostete 25 Euro, und das pro Person!
Siebter Tag 19.08.2002
Nach einer zwar durchschlafenen aber einsamen Nacht meiner Zweibeiner, dank der 2
Betten, starteten wir weiter Richtung Küste. Die
Cliffs of Moher und
vorher noch die Delfinküste sollten das Ziel sein. Den Tipp mit den Delfinen
hatten meine Zweibeiner von einem Pärchen, das sie gestern im Pub getroffen
hatten. Sie kam aus
Limerick und er aus
Dublin. Leider hatten sie
vergessen zu erwähnen, dass man die Tierchen nicht von der Küste aus sehen
kann, und man deshalb mit organisierten Schiffstouren fahren muss, die natürlich
alle schon ausgebucht waren, oder für uns zu spät starteten. Egal, die hätten
mich sowieso nicht mitgenommen, also weiter in Richtung
Cliffs of Moher.
Die Landschaft wurde in Küstennähe auch wieder interessanter und so wurde die
Fahrt trotz schmerzender Hinterteile meiner Sitzbankwärmer wieder
erlebnisreicher – wen interessiert auch schon der Lenkerhalter und sein
Klammeräffchen. Einen Stop hatten wir beim
Rock Shop. Ein Laden der
alles im Zusammenhang mit Steinen verkauft: Schmuck, Steintische, Figuren und
vieles mehr, und dabei wird Kaffee, Tee und Kuchen verkauft, echt lustig! Schade,
nichts benzinhaltiges für mich. Doch weiter. Nach einem Kaffe und einer
heldenhaften Entsagung meiner Sozia (die hatten eine wunderschöne Kette im
Schaukasten) haben wir die sagenhaften Cliffs gefunden. Die Bilder, die wir
gemacht haben, können es wohl besser zeigen als ich es ausdrücken kann

Super eben. Danach kam wieder die übliche Suche nach dem B&B. Wir haben auch
einen hübschen gefunden, sind noch Essen gefahren und das war es für den Tag.
Achter Tag 20.08.2002
Meine Zweibeiner haben beschlossen hier in
Kinvera noch eine Nacht zu
verbringen. Das B&B ist zwar nicht gerade billig, (26€ pP) aber sehr
angenehm, sauber und die Herrin des Hauses ist sehr nett. Nach ihrem Frühstück
ging es ab nach
Galway (mit mir ohne Übergewicht, und meine Zweibeiner
ohne Lederhose und ohne dicke Jacke) Die Stadt war bestimmt nicht hässlich,
aber für unseren Geschmack einfach zu groß und zu viele Leute. (Wie an einem
Samstag in
Köln) Also einmal die Einkaufsmeile hoch und runter, und
wieder zurück nach
Kinvera. Dort sind meine Zweibeiner zur Burg (deren
Anblick wir auch von unserem Zimmerfenster genießen konnten) spaziert und haben
mir etwas Ruhe gegönnt. Doch auch dort wurden ohne Ende Touristen abgezockt und
pro Nase 4€ Eintritt für eine Ruine haben sie nicht eingesehen. Bei dem
herrlichen Sonnenschein sind sie lieber draußen geblieben.

Später zurück ins Zimmer und in die Jeans gehüpft, und dann ohne mich in Richtung Städtchen. Als
sie so die Straße entlang schlenderten, hören sie aus dem Pub
Tulley
einen wunderschöne Stimme. Also nichts wie rein und zugehört. Eine
Amerikanerin aus
Michigan sang wunderbare Balladen, irische wohlbemerkt!
Eileen Mc Charty ging leider schon nach 3 Songs und sie folgten ihr in eine
andere Kneipe. Dort trat sie zusammen mit ihren Freunden auf, und alle hatten
einen tollen und erlebnisreichen Musikabend, der meiner Sozia nur kurzfristig
durch einen äußerst betrunkenen Iren namens Jerry gestört wurde. Nach 3
Bierchen und der Schließung des Pubs sind meine Zweibeiner auch ins Bett
gewandert. Ich hatte aber auch einen schönen Abend und nette Gesellschaft von
einer FZR 1200 aus Frankreich.
Neunter Tag 21.08.2002
Bei strahlendem Sonnenschein aufgestanden, bepackt worden, und Richtung
Cliften
losgefahren. Die Gegend war wunderschön und wild, aber die Himmel zog sich
langsam zu. Also weiter Richtung
Westport, wo mal wieder gegessen wurde.
Auf dem Weg nach
Mulrany haben wir eine tolle Seitenstraße gefunden.
Nefin
Drive! Dieser führte uns über Schotterwege in die Berge.

In
Bangor fanden wir wieder ein B&B. Ein ganzes Haus für uns allein für 26€ pP.
Eine Flasche Rotwein und ein ausgedehnter Plausch mit dem Hausherrn beschloss
den Abend für die Sitzbankrutscher. Diese Gegend ist besonders interessant für
Lachs und Forellenangler.

Zehnter Tag 22.08.2002
Mitten in der Nacht kam noch ein irischer Vertreter und Hobbyangler an. Noch vor dem Frühstück
hatten die beiden einen Ausblick auf frisch gefangenen Fisch, (bäh, war der
tot) und wurden auf kleine Unterschiede zwischen Forellen und Salm hingewiesen.
Das Frühstück war genial, frischer Obstsalat, richtiger Kaffee, Toast,
Spiegelei und Bacon satt, schwärmten meine Begleiter. Sehr lecker. So gut gestärkt
machten wir uns auf den Weg zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten die unser
Hausherr uns empfohlen hatte. Zuerst sollten es die Kreidefelsen sein, ein
Aussichtspunkt mit herrlichen Blick auf die Felsen und den Atlantik. Wenn da
nicht dieser dicke Nebel gewesen wäre! Schade, aber man konnte nichts (und ich
meine wirklich nichts) sehen. Also machten wir einen kleinen Umweg um nach
Rosseck
Abbey und
Morney
Frairy zu suchen, was uns ein Besucher des historischen Museums am
Kreidefelsen geraten hatte.

Wir haben es auch gefunden, wirklich mitten in einem
Feld gelegen und mit ein paar Bullen in direkter Nähe, quasi Auge in
Scheinwerfer. Auch ein weiteres Kloster das auf der gleichen Strecke lag, haben
wir uns angesehen.
Rosseck Abbey wurde auch (wie bis dahin alle Klöster
die wir uns angesehen haben) von Franziskanern erbaut. Selbst auf dem Rückweg
hatten wir kein Glück mit dem Ausblick auf die Felsen. Also einfach zum nächsten
Punkt auf der Liste. Dem
Blacksod Point, von dem man
Achill Island
sehen kann, auf dessen Bergen ich wunderbar fahren können sollte, wenn der Berg
nicht auch im Nebel gelegen hätte! Egal, wir sind dennoch in Richtung Insel
gefahren und es war auch eine sehr hübsche Strecke, doch als wir auf der Insel
ankamen, war es schon zu spät um auf den Berg zu fahren. Na gut, dann eben nur
kurz in den ansässigen Supermarkt und dann wieder zurück zum B&B. Eine
Dusche und ein halbes Bier später beendete den Tag für die zwei.
Elfter Tag 23.08.2002
Ein erneut gutes Frühstück (auch wieder mit dem vom Hausherren frisch
hergestelltem Obstsalat) lässt den Tag gut beginnen. Nachdem uns alle das schönste
Wetter vorhersagten, machten wir uns auf den Weg Richtung Norden. Der dritte
Versuch die Ceide Fields zu bewundern hat endlich geklappt! Ein wunderschöner
Ausblick!

Durch
Sligo (würg, Großstadt) und die Küste hoch nach
Mullagmore auf
Seitenstraßen. Hinter
Donegal wurde es immer dunkler und als dann der
Regen einsetzte, beschlossen wir, uns den Norden ein anderes Mal anzuschauen.
Husch über die Autobahn der Sonne entgegen, soweit man das sagen kann. Wieder
durch
Sligo durch (wieder würg) und weiter. In
Boyle fanden wir
gegen 19:30 Uhr ein schönes B&B mit anstrengenden aber netten Leuten. Die
Hausherrin war etwas „
Confused“ und ein paar freundliche
Nordirlandfarmer, die allerdings kaum zu verstehen waren, erzählten etwas über
die politische Lage. Ein chinesisches Essen und ein Abendspaziergang (bei dem
meine Zweibeiner auch einige Fledermäuse beobachten konnten) ließen die Fahrt
im Dunkeln schnell vergessen.
Zwölfter Tag 24.08.2002
Frühstück wie immer um 9:00 Uhr, diesmal auch mit Obst im Angebot, jedoch leider kein
frisches. Egal – ab ging die Fahrt Richtung
Roscommon. Da die Stadt
aber sehr groß und laut war, sind wir schnell weitergefahren. Erst nach
Athlon
mit vielen Sehenswürdigkeiten an denen uns der megadichte Verkehr vorbeilotste.
Also nur kurz was gegessen und auch schon weiter auf zahlreichen Nebenstraßen,
gespickt mit Sehenswürdigkeiten, unter anderem auch ein Schloss welches zu
verkaufen war. Dieses konnte man im Gegensatz zu
Cloumacnoise (ein
riesiges Freilichtmuseum) ganz umsonst anschauen. Da meine Zweibeiner schon
immer wissen wollten, ob die Werbung vom Irischen Whiskey stimmt, fuhren wir
nach
Tullamore. Ich persönlich mache mir nichts aus Whiskey, Super ist
mir lieber. Als erstes fiel unser Blick auf ein wunderschönes Schloss, zu dem
wir wie immer auf Umwegen gelangten und dabei noch fast in eine Hochzeitsfeier
platzten. Nachdem meine Zweibeiner das Anwesen fotografiert hatten, und der
Vater der Braut oder des Bräutigams einen Blumenkübel beim Rückwärtsfahren
erlegte (hihihi) fuhren wir weiter ins Stadtinnere. Dort war es dann auch: das
Tullamore
Drew Museum und die Brennerei.

Langsam wurde es Zeit für die Suche nach
einem B&B. In Birr war schon alles belegt. (Anmerkung: B&Bs sind an der
Küste häufiger und leichter zu finden) Man sagte uns, wir sollten einen Ort
weiter unser Glück versuchen. Die zweite Anlaufstelle, Chris, telefonierte mit
Betty, die noch was frei haben sollte. Betty war dann aber doch belegt, und
telefonierte mit ihrer Freundin, die uns dann auch aufnahm. So hatten wir ein
ganz privates (deshalb natürlich nicht billiger - 25€ pP) B&B außerhalb
von
Kimitty, welches aussah wie aus „Schöner wohnen“ So ein Bungalow
mit Wintergarten, drapiertem Schachspiel, mediterranem Flair und Kiesauffahrt.
Ich stehe auf schneeweißem Kies.

Dreizehnter Tag 25.08.2002
Von
Kimitty nach einen guten Frühstück meiner Zweibeiner ging es wie immer
um ca. 11:00 Uhr los. Unser Weg führte uns kreuz und quer durch die
Middlands,
über
Turles nach
Kilkenny. Zwischendurch haben wir einige natürlich
kaputte Schlösser gesehen, die meine Aufsitzer fotografierten und
durchwanderten. Plötzlich tauchte
Rock of Cashel auf. Malerisch auf
einem Hügel gelegen und majestätisch von Touristen umsäumt. Hier hörten ich
auch zum erstenmal von einem Straßenmusiker „An der Nordsee Küste“ in
traditioneller Spielweise mit Akkordeon in gälischer Sprache – voll krass.
Leider waren die Eintrittspreise mal wieder so hoch, dass wir nur von außen
zugesehen haben.

Einen Reifenwurf entfernt war noch eine wunderschöne
Franziskaner Abbey Ruine, die man sich für Noppes anschauen konnte. Dann ging
es weiter Richtung Süden, der Sonne entgegen, und wir trafen auf die Jerpoint
Abbey, eine Zisterzienser Abbey, bei der mein Ballast eine Führung
mitmachte. Hier wurden sie über das Leben der Mönche aufgeklärt, und erfuhren
so manches Wissenswerte aus dieser dunklen Zeit – das muss die Zeit vor den
Motorrädern gewesen sein.

Die alltägliche Suche nach einen B&B verschlug
uns ins
Heavens Lodge. Die Hausherrin, Ellen, war superfreundlich und
hilfsbereit. Ich bekam einen hundbewachten Hofstellplatz. Am Abend wollten meine
Zweibeiner noch in ein Pub, der ca. 45min Fußweg entfernt war. (Don’t drink
and drive) Sie mussten Ellen versprechen sie anzurufen, wenn sie nach Hause
wollten, damit Ellen sie abholen konnte. Haben sie aber nicht gemacht. So ein
bisschen gehen kann denen auch mal nicht schaden. (Es war stichefinster –
meterhohe Hecken und kein Mond – ich habe für solche Fälle Fernlicht -
hihihi)
Vierzehnter Tag 26.08.2002
Hoppla, supergutes Wetter da draußen. Wir sind losgedüst um uns in dem kleinen Städtchen
Wexfort einen Bummel zu genehmigen. Anschließend haben wir das herrliche
Wetter ausgenutzt und uns an einen kleinen hübschen Sandstrand in
Cullenstone
aufgehalten. Ich habe gestanden, meine Zweibeiner gelegen. Abends sind wir noch
kurz nach
New Ross zum Essen gefahren.
Fünfzehnter Tag 27.08.2002
Das Wetter sah heute gar nicht so toll aus, als meine Zweibeiner beim Frühstück saßen,
und alle mal wieder behaupteten „What a beautyfull day“. Doch „indeed“,
nachdem wir vergeblich versuchten eine Ruine zu erreichen, die immer wieder am
Horizont auftauchte, klärte sich das Wetter etwas auf. Wir fuhren nach
Rosslare,
um auch diese Städtchen mal zu sehen, und nicht nur als An- und Abfahrts-Hafen
zu nutzen. Leider haben wir kaum ein Städtchen gefunden. Anscheinend besteht
Rosslare
nur aus Hafen. Also runter zum Wasser, wenn die Sonne schon mal so toll schien.
Ein netter ruhiger Nachmittag und ein leichter Sonnenbrand meines
Kupplung-Ziehers beendete diesen Tag. Später sind wir nur noch nach
Wexford
gefahren um einige Mitbringsel zu besorgen.

Sechzehnter Tag 28.08.2002
Leider ist unser Aufenthalt in Irland nun vorbei. Nach dem Frühstück sind wir noch
mal nach
New Ross gefahren um ein keltisches Tuch zu kaufen, doch leider
wurde nichts gefunden. Deshalb ging es von hier nochmals nach
Waterford,
aber auch hier kein Tuch, keine Hals-Kette, keine Haarspange. Meine Kette passt
auch nicht mehr so richtig – aber das scheint keinen zu interessieren. Dann
fuhren wir wieder zurück. Ellen, die Hausherrin, hatte meinen Zweibeinern
erlaubt das Zimmer bis zum Abend zu benutzen. So gegen 18:00 Uhr sind wir dann
vollbepackt nach
Rosslare aufgebrochen. Dort trafen wir Anne mit einer
alten GS-Q, aus
Hannover, die sich uns anschließen wollte.

Auf der Fähre hat mein Fahrer ca. 2 Stunden geschlafen, und gegen 1:30 konnte ich den
stickigen Frachtraum endlich in England verlassen. Mein Front- und das Rücklicht
der GS-Q fielen aus. Mein Schrauber hat es an einer nächsten Tankstelle
repariert. Das Fahren durch England war wie auf der Hinfahrt. Die Hälfte durch
kalten Nebel, Regen, mit der typischen Null-Sicht. Durch die Beladung habe ich
fast ausschließlich die Eichhörnchen in den Bäumen erleuchtet. Da hilft dann auch Fernlicht nichts.
Nach ca. 250 Km haben wir in einem Supermarkt mal eine halbe Stunde verschnauft.
Danach wurde die Zeit ein wenig knapp, also hat mein Gasgriffdreher etwas mehr
denselben verdreht. Um
London war ein Stau, den wir mutig auf dem
Standstreifen umfahren haben. Nachdem wir auf der Autobahn falsch abgebogen
waren, und deshalb uns auf den Standstreifen ein paar hundert Meter rückwärts
schieben mussten, hat mich mein Fahrer auch noch auf die Seite gelegt. So ein
Ritt schlaucht ihn doch etwas. Glücklicherweise ist mir aber nicht passiert. In
Dover waren wir zwar knapp aber rechtzeitig um 10:15. Die Fähre nach
Calais
sollte um 11:00 in See stechen, wurde aber auf 11:30 verschoben. Und dafür voll
der End-Stress. Nach erquickenden 30 Minuten Ruhe auf der Fähre ging es auf die
letzten 400km. Trotz viel Übung tat meinen Zweibeinern der Hintern doch recht
weh, als wir endlich um 21:45 zu Hause in
Monheim ankamen. Mein
Hinterradreifen war blank, meine Kette zu lang und meine Kupplung rutschte immer
öfter. Zu Hause wurde ich noch entladen, meine Zweibeiner haben telefoniert,
und ein Schlückchen Sekt aus die tolle Reise getrunken und sind dann ins eigene
Bett gefallen. Ich denke ich werden die tollen Straßen vermissen.