Montag 16.08.2004 Km 19750
Pünktlich um 9:00 Uhr morgens sind wir gestartet. Zügig,
nur durch eine kurze Frikadellenaufnahme unterbrochen, kamen wir voran. Leider
hat der Wettergott nicht so gute Laune und wir durften ab ca. Hamburg in unser Müllmann-Outfit
(andere würden es Regenkombi nennen) steigen und auch drin bleiben.

Nach ca. 400 Km im Dauerregen sind wir am Hafen unserer Fähre
angekommen. Klatschnass und gut 1,5Std zu früh. Mit leichter Verspätung und
unglaublicher Bewunderung der LKW-Fahrer (das muss man gesehen haben wie die
rangieren können um nicht einen Millimeter der Fährkapazität zu vergeuden)
ging es von Dänemark nach Norwegen. Die Überfahrt haben wir größtenteils
schlafend in kinoartigen Sesseln verbracht. Nicht wirklich bequem und
ausreichend.
Dienstag 17.08.2004 Km 20700
Beim „All you can eat“ Frühstück konnten wir durch
die Schiffsbullaugen schon Bäume und Häuser sehen, und sogar Sonne.

Ab nun gibt es nur noch norwegische Kronen wobei 8,3 Kronen
ein Euro sind. Nach gut einer halben Stunde auf norwegischen Boden wich sie dann
und machte Platz für den starken Regen, und wir waren mal wieder in orange
unterwegs. Als Anmerkung: Ich haben noch nie einen dichten Regenkombi besessen!


Gut, wir hatten irgendwann die Nase, wie auch die Hose, vom
Regen voll, und wir suchten unsere erste Hütte. Hütte ist der gebräuchliche
Name für eine Unterkunft, die meistens ähneln einem keinem Gerätehaus. Sie
sind in Norwegen sehr verbreitet, meistens zu mehreren mit Gemeinschaftsräumen
wo es auch Duschen oder eine Küche gibt, eben wie auf einem Campingplatz. Die
Einrichtung beschränkt sich auf einige Betten (oft 4) einen Kühlschrank, Herd
und Heizung. Nach etlichen Versuchen Hinweisschilder nach Hütten zu folgen, die
oftmals in sehr schönen Sackgassen endeten, haben wir unsere erste Hütte
gefunden. Sie war sehr einsam und sehr rustikal. Fließendes Wasser, Badewanne
und Toilette waren in den privat Gemächer unseres Vermieters zu finden. Er war
schon sehr alt und krank. Deshalb litt die Hygiene der Hütte und seines Hauses
etwas.

Dafür war die Hütte unschlagbar billig, 100 Kronen und
riesig groß. 2 Etagen umgebautes Wohnzimmer aus dem letzten Jahrhundert, so mit
Esse und Stall. Aber ein Dach und einen Holzofen mit genügend Holz gab es, und
wir wurden wieder trocken. Nach einer mitgebrachten Flasche Wein konnten wir die
Spinnen und Tiere vergessen und selig und ruhig schlafen.
Mittwoch 18.08.2004 Km 20918
Als wir losfuhren lag das ganze Tal im Nebel, und
verbreitete eine mystische Wirkung.

In
Evje angekommen haben wir in einer Bäckerei ein
paar Brötchen gegessen und etwas weiter sogar noch einen Kaffee
ergattern können. So kann der Tag beginnen. Und es sollte noch besser werden.
Bei wunderschönem Wetter ging die Fahrt am 50 Km langem
Ardal See entlang.
Wunderschön anzusehen.

In
Brokke sind wir durch da
Setestal
gefahren. Hier vereinigen sich Südtirol, Österreich und Irland in Landschaft
und Strassen. Für jeden Motorradfahrer der 7. Himmel. Über die Pässe
Hummendalen
und
Fjellvegen kamen wir nach
Sanduer.
Sanduer ist eine größere Stadt mit viel Verkehr
und allem was dazu gehört. Also schnell in einen Döner-Laden und mit Hamburger
mit Pommes vollgestopft. Im Gegensatz zu England kann man das hier durchaus
essen.

Und schnell wieder raus aus der Stadt, auf die Straße 13.
Diese Straße ist wohl die schönste Reiseroute im Südlichen Teil Norwegens.

Nach 2 Fähren und unzählige Tunnel erreichten wir gegen
20:00Uhr
Roeldal. Auf einem fast leeren Campingplatz haben wir eine Hütte
für „nur“ 300 Kronen gefunden.

Endlich Duschen. Anja brauchte 4 Minuten und 10 KRONEN und
ich 2 Minuten für 5KRONEN. Man, was kann man sich schnell Waschen wenn es sein
muss (kein Kleingeld). Danach noch eben zur nächsten Tankstelle gegangen und
ein Würstchen gegessen, und ins Bett.
Donnerstag 19.08.2004 Km 21412
Hey super, endlich Regen. Na wenigsten eine frischen, heißen
Kaffee im Coop, für nix. Dann in die Regenkombi und los. Wir hatten unseren
11:00 Uhr Losfahr-Rhythmus wieder. Von
Roeldar in Richtung
Brimmes
zu einer der nächsten Fähren.
Das Wetter war besser als gedacht, und es tropfte und
nieselte ur wenig. Es war nicht genug um richtig nass zu werden, was uns auch
freute. Dennoch ware wir wieder als Holländer unterwegs – in oranje.

Weiter ging es auf der zu vielbefahrenen Strasse Nr 13, die
aber nach ca 30 Km zu ihrer Schönheit zurück fand. Serpentinen und Kargland
auf gleicher Höhe mit Eisfeldern, Mooren und Seen hat schon was besonderes an sich.
Steil runter ging es bis
Grinde wo schon die Fähre
nach
Hella auf uns wartete. Nach einem ca. 40 Km schönstem Küstenpfad
am
Soguefjorden, erreichten wir
Sogudal, wo wir mal kurz eine
Riesenpizza verspeisten. Voller Erwartung verließen wir die Straße Nr. 13 und
fuhren auf die Strasse Nr. 55. Wir hatten schon viel davon gelesen, waren jedoch
nach den Highlights der Nr13 anfangs etwas enttäuscht. Die 55 legte sich jedoch
immer mehr ins Zeug, und wurde langsam zur Traumstrasse.

In
Gaupue unterbrachen wir zwecks Nachtruhe. Eine Hütte
für 260 Kronen und 2 mal 0,3l Bier mit lächerlichen 2,3% vol für 40 Kronen
– was will man mehr nach so einer eindrucksvollen Landschaft.

Freitag 20.08.2004 Km 21714
Aber hallo – trocken. Die Diskussion ob mit oder ohne
Regenzeug hat Anja gewonnen. Kein Orange. Los geht’s von
Gaupure weiter
Richtung
Lom über das Soguefjell.

Der traumhafte Pass durch dieses Gletschergebiet geht rauf
bis 1430m. Es wurd etwas kühl und karg. Es wurde erst etwas wärmer als wir in
voller Montur zum nächsten Eisfeld gekraxelt sind. Aber wenn man schon mal am
Eis ist, sollte man auch mal draufstehen.

Dort war auch ein blauer Gletscher zu sehen, der anmutig in
der Sonne glänzte. Wir fanden eine tolle Abkürzung von
Skogbybdi nach
Lesja...,
die als schmaler geteerter Weg begann, in Schotter und Lehm wechselte und zu
einem unerwartet schönen Pass wurde. Der Strassen Belag war genau das richtige
für die GS. Da konnte sie mal richtig ackern und pflügen auf dem 30 Km nie
enden wollenden Schlängelweg. Das hat sich gelont.


Über
Danbas gelangten wir auf die Europastrasse 6,
die uns etwas gelangweilt nach
Trondheim führte. Nach einem
Zwischenstopp bei Mc Donalds fing es wieder an zu regnen. Und wir konnten uns
mal wieder unter einer Brücke in unser oranges Latex schmeißen. Super – nach
ca. 40 Km haben wir nur kurz eine Hütte gekauft, geduscht, geschrieben und sind
schlafen gegangen.

Samstag 21.08.2004 Km 22183
Heute habe ich gewonnen – wir sind wieder in Sexy Orange
unterwegs von
Asen auf die E6. Zuerst mussten wir und durch einige
Verkehrsreichere Kilometer quälen, um dann in bäuerlicher Einöde weiter zu .
Von
Tromes bis
Mosjoen wurde es ziemlich einsam, und die
Landschaft erinnerte ein wenig an die Eifel, nur die Kurven waren langgezogener.

Auf der Grenz von
Nord-Troudelag zu
Nordland
konnten wir das Polarlicht als über die Strasse gebaute Holzkonstruktion
bewundern.

90 Km weiter kamen wir zum großen, aber nicht hohen,
Wasserfall zum
Laksfors.

Hinter
Moiran der übliche Mittags bis
Nachmittagssnack, und weiter ging es durch das
Dunderlandsdalen. Eine
ziemlich trostlos aussehende karge Gegend die nach und nach immer Mondähnlicher
wurde. Dann war es soweit: der
Polarkreis!

Kalt, windig und mystisch war es dort. Im Volksmund wird
diese Straße Blutstrasse genannt, da sie mit „Hilfe“ der Einwohner von den
Nazis im 2. Weltkrieg erkaut wurde.

Da der Regen mal wieder nicht auf sich warten ließ, und
wir bereits fast 450 Km gefahren sind suchten wir uns eine Unterkunft. Gefunden
haben wir den
Polar-Camping Platz. Für 280 Kronen und einem sehr netten
Vermieter.

Als Anmerkung: Die Norweger sind etwas kühl, und da es
keine Kneipenlandschaft gibt kann man sie auch schlecht kennen lernen. Dieser
Vermieter und ein Kellner in einer seltenen Kneipe vor den
Lofoten waren
da die Ausnahme.
Sonntag 22.08.2004 Km 22754
Endlich wieder in Orange. Nachdem wir uns so gewandet wider
auf die Europastrasse 6 geworfen (das ist eine Metapher!) haben, war unser nächstes
Ziel das berühmte
Salztraunen. Es gestaltete sich etwas schwieriger als
gedacht, da unsere Karte uns in eine 25km lange Sackgasse führte. Wir ließen
uns jedoch nicht beirren und fanden schließlich den risiegen Gezeiten Malstrom.
Es war nur leider zur Zeit keine Gezeit da, und deshalb war auch nicht
besonderes zu sehen. Nun wieder mal auf die E6 Richtung Norden. Nach vielen Pässen,
Tunneln und Fjordstrassen, die alle samt hübsch anzusehen waren, erreichten wir
Begnes, den Hafen unserer Fähre zu den
Lofoten.

Mittlerweile war es schon 17:00 Uhr als die Fähre ablegte.
Nach einer Stunde konnten wir uns erleichtert davon überzeugen, dass unsere GS
die Überfahrt, trotz waghalsiger Seitenständerkonstruktion mit Gummikeilen und
Seilen, aufrecht, wie ein Mann, überstanden hat.

Nun war es bereits 20:00 Uhr und wir hatten kaum noch Sprit
und noch keine Hütte in Sicht. Dafür wurden wir mit wunderschöner
Panoramasicht entschädigt. Nach schlappen 50 Km hatten wir beides auf
Vesteralen.
Eigentlich lag das gar nicht auf unserer Reiseroute, aber man ist manchmal nicht
so wählerisch. Nach 400 Kronen für die teuerste, aber bei weitem nicht die schönste,
Hütte der Tour und ein Brot war es bereits 23:00 Uhr und Schlafenszeit.

Montag 23.08.2004 Km 23211
OK, unser zweiter Anlauf zur Eroberung der
Lofoten.
Eigentlich sind wir ja schon drauf, aber wir wollen nach
A, das liegt südlich.
Wir sind also von
Vesteralen zurück Richtung Fähre, um den auf der
Karte vermerkten Landweg gen Westen zu nehmen. Doch leider ist der noch nicht
fertig. Also nahmen wir die alternative Route etwas südlicher. Nach knapp 100
Km mussten wir uns geschlagen geben. Eine GS ist zwar geländetauglich, aber
schwimmen kann sie leider nicht. Alle beiden Landwege zu den
Lofoten
waren noch nicht erschlossen, auch wenn der Kartenzeichner des Euro-Cart
Kartenmaterials (ab 1.1.2002 1:800.000steht auf dem Umschlag) so beschlossen
hat. Etwas angesäuert fuhren wir wieder zurück nach
Vesteralen (das war
ein Umweg von 250 Km und 5 Stunden – super) um zur Fähre nach
Fiskebel
zu gelangen, die von
Melbu startet. 74 Kronen und ca. 30 Minuten später
machten wir uns auf die Suche einer Hütte.

Es war zwar erst Mittag, (na ja 14:30 Uhr) aber wir wollten
ja ohne Gepäck und Regenkombi die
Lofoten erfahren. Kaum zu glauben,
aber es war strahlender Sonneschein. In
Svolvoer fanden wir eine Hütte für
275 Kronen.

Von hier aus starteten wir, nachdem wir schnellstens das
Gepäck und das Regenzeug in der Hütte gefeuert haben. 70 Km atemberaubende
Landschaft und wunderbaren Sonneschein, weitere 50 Km ebenfalls traumhafte
Landschaft und nass bis auf die Knochen. Zur Erinnerung sei nochmals auf die
geografische Lage der
Lofoten hingewiesen: Nördlich des Polarkreises.

Daraus folgt: Kalt. Trotz allen Meckerns und Jammerns
seitens Anja, da ihr das Wasser in der Unterhose stand, kann man jedem raten
sich diesen Fleck Erde anzuschauen.

Nach dem ebenso spektakulärem Rückweg von
A, einem
kleinem Fischerort am sud-westlichen Punkt der
Lofoten, half nur noch
eine 5 minütige
richtig heiße Dusche und Füße auf die Heizung. Danach
schnellstens in der Schlafsack denn es war schon 24:00 Uhr.

Dienstag 24.08.2004 Km 23778
Geweckt durch strahlenden Sonnenschein, als wäre es eine
Widergutmachung des Wettergottes, machten wir uns auf den Weg Richtung Norden
ohnen Regenkombi für 1,5 Km.

Dann folgte das obligatorische Umziehen in einem
Bushaltestellenhäuschen. Da waren wir schon rekordverdächtig schnell. Den
ganzen Weg, den wir Gestern ja schon mehrfach gefahren sind, und mit der Fähre
zurück nach
Melbu.

Dort schien wieder die Sonne, und die nächsten 100 Km
waren sehr angenehm. Dann kam es wie es kommen musste. Wir hatten die vielen schönen
Regenbögen nicht umsonst gesehen. Aber ihre Viefalt entschädigte etwas für
das norwegische Standard Wetter.

Nach gefahrenen ca. 380 Km war es schon so spät und naß,
dass wir uns eine Hütte gesucht haben. Für 300 Kronen fanden wir eine in
Moen.
Es folgte das gleiche wie jeden Abend, duschen u.s.w. aber auch noch ein voll
krass dekadentes Bier. Na dann gute Nacht.

Mittwoch 25.08.2002 Km 24157
Mal wieder im Sonnenschein, aber dieses mal schlauerweise
mit Regenkombi, starten wir von
Nordkjosbotn weiter auf die E6 Richtung
Norden. Die ersten ca. 100 Km fuhren wir am malerischen Lyngenfjord vorbei, dann
kam wieder ein Pass und dann wieder ein Fjord.

Das hört sich vielleicht langweilig an, ist es aber auf
keinen fall. Es war eine abwechslungsreiche und jede auf seine Art traumhafte
schöne Landschaft. Am Nachmittag erreichten wir endlich, durchgefroren vom
Regen,
Alta, und haben dort eine Kleinigkeit gegessen und eine Bank
besucht. Hier sei erwähnt, dass das Geld kaufen in Norwegen recht unkompliziert
ist. Ab hier durchfuhren wir die
Finmark, ein karges Hochplateau ohne Bäume
und endlos scheinend.

Genauso wie man sich den hohen Norden vorstellt. Da es auch
schon August war wurden nicht nur die Tage, sonder auch die Thermometerausschläge
im positiven Bereich kürzer. Zu erwähnen wäre auch noch, dass wir einen Fuchs
(der dem Hasen wohl gerade Gute Nacht gesagt hatte), Elche, jede Menge Rentiere
und einen Hund der suizidgefährdet über die Straße lief gesehen haben.

Am Ende dieser Etappe lag der Ort
Lakselv, in dem
wir in einer Jugendherberge übernachteten. Hier gab es unvorstellbaren Luxus:
Dusche und WC auf dem Zimmer. Nur noch 200 km bis zum
Nordkap.
Donnerstag 26.08.2002 Km 24738
Es war der Tag. Unser Ziel der Reise lag vor uns. Wir
starteten im morgendlichen Nebel und kreuzten die
Finmark, und fuhren
weiter am
Porsangerfjord entlang.
Die Vegitation ließ rapide nach, und auf den etwas höheren ebenen hätte man
es mit dem Mond verwechseln können wenn nicht überall die mit Steinen aufgetürmten
Pyramiden gestanden hätten. Wenn ich mich richtig erinnere sind das
Danksagungen der Lappen für Essen.

Am Ende der Porsangerhalbinsel
durchquerten wir den Mageroyasund um auf die gleichnamige Insel zu
gelangen.

Das geht unterirdisch durch einen 7 Km langen und 212 m
tiefen Tunnel den man mit einem Einsatz von 228 Kronen durchfahren darf. Es ist
schon ein seltsames Gefühl so weit unter dem Meer mit dem Motorrad zu fahren,
im dicksten Nebel, bei eisiger Kälte und bei tropfender Decke. Die Insel die
wir erreichten ist ein riesiges Rentiergehege, und so hatten wir das Glück
etliche in Augenschein zu nehmen.

Nach ein paar Kilometern durch wunderschön aussehende
Tundra, mit immer wieder auftauchenden Rentiergruppen.
Dann war es soweit das lange ersehnte
Nordkap erschien vor uns. Besser
gesagt eine Schranke der Öffnung 380 Kronen kostete. Aber es hat sich gelohnt.
Das Gefühl am
Nordkap zu stehen, auf einer Klippe 307 m hoch über dem
Meer, geradeaus hinter dem Horizont ist nur noch der
Nordpol, ist schon
erhebend.

Nach dem wir alles etwas auf uns haben wirken lassen, kam
das obligatorische:
Touristenangebot
wahrnehmen, Rundgang durch die Anlage, Andenken kaufen, Postkarten kaufen und
schreiben, Kaffe trinken und wieder los. Die ganze Strecke zurück mit vielen
Fotostops bei Rentieren und überwältigender Gegend, die uns in ihren Bann
schlug.

Und ausnahmsweise regnete es nicht , es war also der 2.
trockene Tag den wir hatten, und es kam noch besser, wir hatten sogar Sonne,
zumindest am Abend. Gehalten hatten wir erst in
Lakselv zum Essen, und
dann im 73 Km entfernten
Karasjok in einer Hütte für 350 Kronen

Nun genehmigten wir uns die Flasche Sekt die wir aus
Deutschland mitgenommen hatten. Auf den erfolgreichen Tag – Prost. (Hier müsste
noch mein Akkuladegerät in der Steckdose hängen !)
Freitag 27.08.2004 Km 25229
Eines mal vorweg – kein Regenkombi. Ein trockener,
relativ sonniger Tag. Wir starteten unsere 3 Länder Tour in
Karasjok, das
da noch in Norwegen lieg. Die folgenden 130 Km waren sehr einsam und
tankstellenlos, bis
Kautokeine, wo die Sprit-Reservelampe schon glühte.
Urplötzlich nach 40 Km waren wir in Finnland.

Zu Erwähnen sie hier, dass wir nirgens auf der Reise
unseren Ausweis zeigen mussten, höchstwahrscheinlich weil wir so adrett
gekleidet waren. Finnland zeigte sich öde, einsam und schmuddelig.

Also Augen zu und durch, ab nach Schweden. Meiner Meinung
nach war Finnland einfach nur zu. Da im August die Sommer-Saison vorbei ist,
sind alle Läden zu, und die Lappen auf Malle zum Sonnenbaden. In Schweden
erwartete und ein neues Problem.

Keine schwedischen Kronen, und einen fast leeren Tank. Weil
Freitags die Banken schon um 14:00 Uhr schossen, und es bereits 15:00 Uhr war,
Weit und breit kein Bankautomat in der Wildnis, und das Wochenende im
Blick hatten wir ein klein ein wenig Panik. Aber es lief wie immer gut. Wir
fanden eine Tankstelle die Plastikgeld nahm. Nach dieser Hürde mussten wir
einen Bankautomaten finden der uns Essen ermöglichte. Das schafften wir durch
einen kleinen Umweg von 100 Km, man ist mit der Zeit nicht so kleinlich mit den
Entfernungen, in
Kiruna. So konnten wir uns ein einem Kebab-Haus den
Bauch voll schlagen. Zur Verwunderung kam die Bedienung aus Trier, und fraget
uns was wir Ende August hier oben tun, da seiner Meinung nach in 2 Wochen alles
verschneit und geschlossen sein würde. Das Stimmt doch ein wenig nachdenklich.
Aber egal es ist schließlich der Rückweg.
Kiruna ist nicht besonderst
schön, also wieder los. Schweden zeigte sich von seiner unbewohnten und
Nadelbaum dominierten Seite, wie man es erwartet. Die Landschaft wechselte ständig
zwischen Nadelwald, Seen, und abgeholzten Stellen, durch die endlos scheinende
gerade Straßen liefen. Wir schlugen in
Gallivaer auf, wo wir uns eine
Luxus-Hütte mit 2 Schlafzimmern, einem Badezimmer, fließend warm Wasser, TV
und einem riesigen Trockner, der wie eine Eisschrank aussah für 450 Kronen
mieteten. ( 9,2 schwedische Kronen sind ein Euro).

Das ist billiger aus in Norwegen.
Samstag 28.08.2004 Km 25834
Obwohl der Himmel ein nebeliges Grau zeigt, entschlossen
wir uns ohne Müllmann Outfit in den Tag zu starten. Für die erste Hälfte des
Tages ging es auch gut, dann mussten wir uns dem Wetter mal wieder geschlagen
geben.

Außer das wir ab und zu mal ein paar Rentiere sahen, gab
es keine besonderen Erlebnisse als wir die E 45 runter rasselten. Über all nur
die oben erwähnte Gegend. Nach den unglaublichen Erlebnissen in Norwegen ist
alles andere mittelmäßig.

Der schwedische Polarkreis war auch recht unspektakulär.
Zu vermelden ist nur noch eine Pizza die wir zwischendurch herunter geschlungen
haben, da uns ein finnischer Schweden die Vorzüge von Hitler erläutern wollte.
Ob der Mann behindert oder besoffen war können wir nicht sagen.

Nach etlichen Kilometern fanden wir ein Unterkunft in
Dorotea.
Eine Jugendherberge der unteren Kategorie für 240 Kronen. Dafür haben wir
beschlossen, dass die nächste Hütte besser werden sollte.

Sonntag 29.08.2004 Km 26378
Strahlender Sonneschein – soweit die gute Nachricht. 750
km die 46 und 26 runter geschüsselt. Zwischendurch haben wir einen Stopp beim Mäckes
in
Mora gemacht, und eine Waffel in Irgendwo. Die Fahrt gestaltete sich
ein wenig langweilig, da es nur zwischen Bäumen rechts und links, Baum Stümpfe
rechts und linke und Seen rechts und links abwechselte, soweit das Auge blicken
konnte. Die einzige Abwechslung war ein kleiner Fuchs der uns fast vor das
Vorderrad lief.

Gegen 19:30 haben wir uns ein Hütte gemietet, zur Enttäuschung
von Anja war sie leider nicht so wie gewünscht, also kein Luxus. Nur ein paar
Stunden Stromausfall am Abend.

Montag 30.08.2004 Km 27116
Es beginnt der fast letzte Tag. Er führte uns über 1000
Km weit durch Schweden, Dänemark bis nach Deutschland.

In Dänemark sind wir ein einen solchen Regen gelangt, dass
bei mir wirklich Land unter war. An einer Raststätte habe ich dann mit
Toilettenpapier Rettungsversuche gestartet. Um ca. 23:00Uhr habe ich in Bremen
schlapp gemacht und wir haben uns ein Hotel an der Autobahn genommen, kurz vor
Zuhause.
Dienstag 31.08.2004 Km 28180
In Bremen aufgewacht bei Sonne, und rubbel die Katz nach
ein paar Kilometern, Tachostand 28503, Zuhause.
Fazit: Geglaubt hatte ich es eigentlich nicht, das Nordkap
zu erreichen, obwohl es ein Jugendtraum von mir war. Aber für uns war der Weg
das Ziel und so hatten wir das Nordkap nur angepeilt, da es aber gut lief hat es
geklappt. Anja war die perfekte Beifahrerin auch bei schwierigen Situationen,
wie Regen, Kälte oder 18 Stunden Ritten. Rückblickend war es ein unglaubliches
schönes Erlebnis, dass ich niemals missen möchte. Trotz der Strapazen und der
Schmerzen am Hintern. Leider war das Wetter nicht so überragend, es regnete
fast jeden Tag, aber auch hier muss man sagen, dass es nicht so schlimm war.
Meistens war es nur ein Nieseln. Vielen Dank für die fast 9000 km.